Neuer Workshop

Liebe Fotofreund*innen,

aktuell plane ich einen Workshop zum Thema „Analog-Film-Entwicklung und Hybridnutzung“, also SW-Filme selbst entwickeln und anschließend mittels Systemkamera digitalisieren!

Der WS ist in zwei Teile gegliedert!

Teil 1: Filmentwicklung

Teil 2: Digitalisierung (individuelle Termine nach Aushärtung der Fime!)

Für die Filmentwicklung stehen eine JOBO-Silverfast-Base (Rotationsentwicklungsmaschine) und zur Filmtrocknung eine MISTRAL 3, sowie die SW-Chemie und das restliche Zubehör zur Verfügung. Für die Digitalisierung stehen verschiedene Copy-Systeme (einschließlich für 120er Format) bereit!

Termine:

01./02. Juni 2024 jeweils ab 13:00 Uhr

09./15. Juni 2024 Jeweils ab 13:00 Uhr

Wer teilnehmen möchte kann sich ab sofort per E-Mail bewerben:

info@image-trackers.de

Worum geht es?

Filme selbst entwickeln

Vorbemerkung

Häufig finden sich in den einschlägigen Foren für die analoge Fotografie Bemerkungen wie „einen Film selbst zu entwickeln sei ein Kinderspiel“, ja, aber nur für den der es kann! Und selbst bei denen die es können passieren immer wieder Fehler, wie die zahlreichen „Fehler-Diskussionen“ gerade in den Foren zeigen. Wie jede handwerkliche Tätigkeit bedarf auch das Filmentwickeln Übung, und je mehr ich übe je besser wird mein Handling, und meine Ergebnisse an sich. Gerade Neueinsteiger, die mit der digitalen Fotografie aufgewachsen sind, werden mit Begriffen wie „ein Kinderspiel“ eher frustriert als motiviert! Alleine die Erkenntnis das ein analoger KB-Film nur 36 (!) aufnahmen zulässt, bedeutet geradezu einen Quantensprung für einen Digital-Knipser, der doch von jedem Fotospaziergang mehrere Hundert Aufnahmen mitbringt! Muss er doch schon beim fotografieren ein hohes Maß an Wissen, Vorbereitung und Disziplin mitbringen, was nicht unberechtigt als Entschleunigung beim Fotografieren beschrieben wird. Adäquat gilt das auch für die Arbeit in der Dunkelkammer, darüber hinaus erwächst sehr schnell die Erkenntnis das jede analoge Aufnahme Geld kostet! Alleine diese Wahrheiten sollten eine gewisse Akzeptanz zur Binsenwahrheit das „noch kein Meister vom Himmel gefallen ist“ erzeugen. Trotzdem, oder gerade deshalb, macht die analoge Fotografie und das Selbstentwickeln so viel Spaß!

Motivation allgemein

Warum (wieder) Filme selbst entwickeln in einer Zeit, wo die Digitalfotografie alles hinsichtlich Handling und erzielbare Abbildungsqualität bisher bekannte, und erst recht das Mögliche in der analogen Fotografie, in den Schatten stellt; und das sowohl vom Zeitaufwand als auch den Kosten her! Diese Frage stellt sich zumindest für alle Aktivitäten mit den Filmformaten KB und 120er Rollfilm. Diesen Tatsachen zum Trotz konstatieren die (Fach-) Medien inzwischen sogar einen Boom der analogen Fotografie, meist mit dem Hinweis auf „Entschleunigung“.

Wenn man sich zu dieser Frage im Web auf den einschlägigen Plattformen umsieht reichen die Antworten oder Erklärungen von „Das Alte bewahren und pflegen“ bis zu „Früher war eh alles besser“. Die Beschäftigung mit der analogen Fotografie reicht vom Sammeln alter Fotohardware, über das Sammeln alter (original) Fotografien bis hin zum aktiven Umgang mit analoger Fotografie.

In dem Bereich des aktiven Umgangs mit der analogen Fotografie findet sich dann auch ein sehr breites Spektrum der individuellen Interessenslagen wieder. Sehr häufig findet man Kamerasammler die mit ihren Sammelobjekten eben auch fotografieren wollen, und zwar mit allen Filmformaten die heute noch oder wieder erhältlich sind, einschließlich selbstbeschichteter Fotoplatten. Da hier die Möglichkeit Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können naturgemäß eingeschränkt, und wenn möglich, oft teuer sind, bietet sich das selbst entwickeln, sowohl der Filme als auch das Ausbelichten der Fotos, geradezu an. Allerdings hat nicht jeder auch eine Dunkelkammer (für die Prints) zur Verfügung, so dass sich inzwischen auch die hybride Verarbeitung breit etabliert hat. Darüber hinaus bleibt die Digitalisierung für die Kommunikation im Internet die einzige Möglichkeit, dort die Fotos, um die es je letztendlich geht, zu zeigen. Überwiegend sehen wir also im Netz digitalisierte Negative, die mittels einer Bildbearbeitungssoftware zu Bildern wurden.

Meine persönliche Motivation

Da ich auch wieder ab und zu meine noch vorhandene Nikon F100 einsetzen möchte, hauptsächlich mit hochauflösenden SW-Filmen, die ich dann auch selbst entwickle, stellte sich auch mir die Frage wie ich einen einfachen und kostengünstigen Hybrid-Workflow sicherstellen kann, da der Neuaufbau einer kompletten Dunkelkammer aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt. Nach einem umfangreichen Test den ich für das NF-Forum (https://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/private.php) geschrieben habe, war klar, dass das digitalisieren mit der KB-DSLR für meine Aufgabenstellung qualitativ die Beste, und dazu noch die kostengünstigste Lösung darstellte!  Vor der Digitalisierung kommt natürlich die Entwicklung der Filme, möglichst in einer optimalen Qualität!

Der Wiedereinstieg

Da ich mit der analogen Fotografie groß geworden bin, ist mir natürlich der Workflow der Filmentwicklung und das Ausbelichten der Bilder, sowohl in SW als auch in Farbe, gut bekannt. Meine eigene Dunkelkammer habe ich allerdings schon 1989 aufgelöst und in Kartons eingelagert. Gut zehn Jahre später habe ich die Gerätschaften, bis auf den Teil zur Filmentwicklung, endgültig verkauft. Seit dieser Zeit habe ich mich auch nicht mehr mit der Weiterentwicklung der SW-Materialien beschäftigt. Den Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie habe ich dann ausschließlich in Farbe miterlebt. Meine letzte Analogkamera, eine Nikon F100, habe ich im Jahr 2000 angeschafft.

Mehr dazu demnächst an dieser Stelle!